Sommerkonzert 2010


Sommerkonzert "La Traviata"

Sonntag, 27. Juni 2010, 18.00 Uhr, im Kieswerk Merz in Gebenstorf

Bericht in der Rundschau vom 8. Juli 2010


La Traviata

«La traviata» ist der Titel einer dreiteiligen Oper von Giuseppe Verdi (Musik) und Francesco Maria Piave (Libretto). Sie wur­de am 6. März 1853 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt und fiel zunächst beim Publikum durch, bevor sie überar­beitet zu einer der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte wurde.  

I. Akt

Paris, Mitte des 19. Jahrhunderts, Okto­ber: Violetta Valéry veranstaltet in ihrem Salon eine Feier. Sie wird einem attrakti­ven jungen Mann vorgestellt, Alfredo Ger­mont, der weit aufmerksamer und aufrich­tiger ist als ihr aktueller Begleiter, Baron Douphol. Er führt ein temperamentvolles Trinklied auf die Liebe an. Nach dem Es­sen begibt sich die Gesellschaft zum Tan­zen in die Nebenräume. Violetta erleidet einen Schwächeanfall und bleibt allein zurück. Alfredo nutzt den Moment, um ihr seine Liebe zu gestehen. Violetta reagiert zunächst nur belustigt, doch Alfredo kann sie von seinen tief empfundenen Gefüh­len überzeugen. Überglücklich verab­schiedet sich Alfredo. Violetta ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls, sich dem Vergnügen einfach hinzugeben, und der Sehnsucht nach einer unbeschwerten Liebe.

II. Akt

Drei Monate später, im Januar, leben Vio­letta und Alfredo in einem Haus außerhalb von Paris. Zufällig erfährt Alfredo, dass Violetta ohne sein Wissen nach und nach ihren gesamten Besitz verkauft, um das abgeschiedene Leben finanzieren zu kön­nen. In seiner Ehre gekränkt, weil er von einer Frau ausgehalten wird, eilt er sofort nach Paris, um selber Geld aufzutreiben.  

Während seiner Abwesenheit erhält Vio­letta unerwarteten Besuch. Es ist Alfredos Vater Giorgio Germont, der ihr in hochmü­tiger Weise zum Vorwurf macht, dass sie mit seinem missratenen Sohn das Famili­enerbe verprasse. 

Violetta ist bereit, sich für einige Zeit von Alfredo zu trennen, doch der Vater erwar­tet den endgültigen Verzicht auf seinen Sohn. Verzweifelt gibt Violetta dem Drän­gen Germonts nach, unter der Bedingung, dass Alfredo einst von ihrem selbstlosen Opfer erfahren würde.  

Es folgt eine Reihe unglücklich verketteter Ereignisse. Alfredo glaubt, dass Violetta ihn nicht mehr liebt und dass sie nun mit dem Baron Douphol liiert sei. Aufgrund böser Beleidigungen Alfredos verlangt der Baron Genugtuung. 

III. Akt

Nach dem Duell mit dem Baron ist Alfredo ins Ausland gegangen. Während in den Straßen von Paris der Karneval tobt, liegt Violetta einsam und verarmt im Sterben. Lediglich Doktor Grenvil besucht die Kranke täglich. Ihre Stimmung ist geprägt von Hoffnungslosigkeit, da erscheint endlich der ersehnte Alfredo. Der Traum vom erneuten Liebesbund ist nur kurz. Violetta übergibt Alfredo ihr Bildnis, um nicht ganz vergessen zu werden, wenn er nach ihrem Tod eine «keusche Jungfrau» heiratet. Nach einem letzten Aufbäumen stirbt sie. 

Giuseppe Verdi

Der große Opernkomponist Giuseppe Verdi wurde am 10. Oktober 1813 in ei­nem kleinen italienischen Städtchen ge­boren. Verdis musikalische Begabung zeigte sich recht früh, und der Vater kauf­te seinem Sprössling ein altes Tafelklavier. Schon während der Schulzeit komponier­te Verdi nach eigenen Aussagen eine Viel­zahl von Märschen und Ouvertüren.  

Neben vielen zahlreichen Erfolgen muss­te er allerdings auch einige Schicksals­schläge hinnehmen. Verdi geriet in eine tiefe Schaffenskrise, bis er durch Zufall das Libretto zu «Nabucco» in die Hände bekam. Die Reaktion des Publikums nach der Uraufführung übertraf alle Erwartun­gen und verhalf Verdi zum Durchbruch.

Die unangefochtene Karriere als bedeu­tendster italienischer Opernkomponist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging weiter mit «Rigoletto» (1851), «Il tro­vatore» (1853) und «La Traviata» (1853). 

Giuseppe Verdi starb während eines Auf­enthaltes in Mailand am 27. Januar 1901.

Das Hauptgewicht in Verdis Bühnenwer­ken liegt auf den Stimmen: Kantabilität war eine der ersten Forderungen, die er an sich selbst stellte. Genauso wichtig war ihm die wirklichkeitsgetreue Zeich­nung der Personen und ihrer Umgebung. Und genau diese Tatsache ist in «La Travi­ata» unschwer zu erkennen. Die Solisten nehmen in dieser Oper den wichtigsten Teil der Komposition ein.

 

Maria Gessler «Violetta»

Sopran

Maria Gessler wurde in Basel geboren, erhielt ihre erste Gesangsausbildung bei Regina Jakobi und setzte sie bei Verena Schweizer an der Musikakademie ihrer Heimatstadt fort. Gleichzeitig studierte sie bei René Jacobs barocke Aufführungs­praxis an der Schola Cantorum Basilien­sis. Sie war Mitglied des Basler Opernstu­dios (Diplom) und zweimal Preisträgerin des Migros-Stipendiums. Meisterkurse besuchte sie bei Edith Mathis, Anna Rey­nolds, Brigitte Fassbaender und Margreet Honig.

Als Despina in Mozarts Cosi fan tutte de­bütierte sie am Musiktheater Biel. Darauf folgten verschiedene Opern- und Operet­tenpartien im In- und Ausland. Von 2000 bis 2003 war Maria Gessler am Mittel­sächsischen Theater Freiberg engagiert. Seit der Spielzeit 2003/04 ist sie am The­ater Plauen/Zwickau engagiert.

Im Juli 2009 sang sie bei den Tiroler Fest­spielen Erl. In der Spielzeit 2009/2010 gastiert Maria Gessler parallel zu ih­rem Engagement in Plauen-Zwickau am Staatstheater Darmstadt und singt hier die Erste Dame (Die Zauberflöte), Liu (Tu­randot), Eva (Die Meistersinger von Nürn­berg) und Rosalinde (Die Fledermaus).  


Hugo Mallet «Alfredo»

Tenor

Hugo Mallet wurde in London geboren. Sein Gesangsstudium besuchte er an dem «Royal Northern College» in Man­chester. Er besuchte die Meisterkurse bei Bergonzi, Cuenod, Fassbaender, Kraus, Milnes und Zedda. Seit 1988 liess er sich bei Nicolai Gedda weiterbilden.

Feste Engagements hat Hugo Mallet in Köln, Detmold und Freiberg. Zur Zeit ist er freischaffend und er absolviert eine rege Konzert- und Operntätigkeit. Unter ande­rem ist er engagiert in Paris, Dijon, Rouen, Singapur, Luzern, Moskau und Berlin, und singt mit Orchestern wie das Gürzenich Orchester, Singapore Symphony Orches­tra, die Nordwestdeutsche Philharmonie und l‘Orchestre de l‘Opéra de Rouen.

Zu seinen aufgeführten Partien zählen: Ta­mino (Die Zauberflöte), Tom Rakewell (The Rake’s Progress), Faust (Faust) und Pin­kerton (Madama Butterfly). Sein Konzer­trepertoire reicht von Bach’s Evangelisten über Frank Martin‘s Tristan (Le Vin Herbé) bis Mahler’s «Das Lied von der Erde».  


Martin Kronthaler «Germont»

Bariton 

Der in Tirol geborene Bariton begann seine sängerische Ausbildung nach demAbitur an der Akademie für Musik in Krakau als Stipendiat der Republik Österreich, sowie am Mozarteum Salzburg (u. a. bei Nikolaus Harnoncourt in Aufführungspraxis alter Musik). Später wechselte er an die Hochschule für Musik in Wien zu Kammersänger Walter Berry und Rolff Sartorius und vervollständigte seine Studien an der Schola Cantorum Basiliensis: Aufführungspraxis alter Musik bei René Jacobs.

Seine Opernlaufbahn begann er mit Mo­zart- und Rossinipartien und stand als Titelheld in A. Salieris Falstaff für 3sat vor der Kamera.

Nachdem er den 1. Preis beim «Interna­tionalen Gesangswettbewerb der Opéra Royal de Wallonie (Belgien) gewonnen hatte, wurde er als Heerrufer in Wagners Lohengrin and das Teatro di San Carlo/Neapel verpflichtet. 

Eine mehrjährige Zusammenarbeit ver­band ihn auch mit dem Opernhaus Halle. Mehrfach war er auch bei den Händel­festspielen in Halle zu Gast.
 

Peter Fischli

Sprecher

Nach der Schauspielausbildung bei Ellen Widmann ist Peter Fischli seit 1981 frei­schaffend und spielender-, lesender- und inszenierender Weise unterwegs auf der Bühne, in Radio, Film und Fernsehen. Die Palette reicht von Experimentellem bis zu Traditionellem; von der altehrwürdigen «claque» Baden, dem Neumarkt-Theater Zürich, der Märchenbühne Zürich, über Comedy und Casinotheater Winterthur bis zu den Klosterspielen Wettingen.
 
Zuletzt hat er im Grosserfolg «Die kleine Niederdorfoper» im Bernhard-Theater als Trödler Schaaggi Baumann mitgewirkt und wird in der Wiederaufnahme im nächsten Jahre 2011 erneut dabei sein.

In unserer Region ist er auch als Regisseur einiger Inszenierungen bekannt, die sich eingeprägt haben, wie die Eröffnungsfeier «Freiämterkaländer» auf dem Sädel 1991, «Bengalisches Füür» in Meienberg 1998 oder «…statt der obligaten Rede» am 1. August 2000 in Muri.

Zu sehen ist Peter Fischli in diversen Film- und Fernsehrollen (Der Fürsorger, Grounding, Viktor’s Spätprogramm, Einstein, u. a. m). Er wirkt auch als Übersetzer/Bearbeiter/Sprecher bei SF DRS und SR DRS bei vielen Hörspielen und der Sendung Schnabelweid mit und ist auf vielen CD’s, Audio- und Videocassetten/DVD’s zu hören: zum Beispiel in Globi, Leo Schmätterling oder Maloney. Seit 1987 ist er regelmässiger Sprecher bei der schweizerischen Bibliothek für Blinde und Sehbehinderte SBS in Zürich.

 


 


Impressionen von Stefan Ellensohn
 

       
 

Impressionen von Fredy Fischer